Verhalten

Das Verhalten unserer Hunde …

… hängt ursächlich mit dem zusammen, was ich unter Entstehung geschrieben habe. Hunde sind Hunde, weil sie mit dem Menschen zusammenleben wollen. Sie sind aber auch Individuen, und sie sind Spezialisten für bestimmte, in unserer Gesellschaft nicht unbedingt erwünschte Tätigkeiten – beispielsweise Jagen, Beschützen, Alarmieren.

Viel wichtiger noch ist aber die Tatsache, daß Hunde hochsoziale und hoch kommunikative Rudeltiere sind, die – genau wie Wölfe – alles daransetzen, Konflikte in der Gruppe ohne Beschädigung eines Beteiligten zu lösen. Lassen Sie sich nicht von Beobachtungen an Gehegewölfen irritieren, diese Tiere haben keine Chance, arttypisches Verhalten zu zeigen. Die Beobachtungen zum Beispiel von Günter Bloch an Wölfen in freier Wildbahn zeigen sehr deutlich, daß Beschädigungsbeissen im Rudel in freier Wildbahn die absolute Ausnahme ist. Seine Beobachtungen an wildlebenden Hunden, die er in „Die Pizzahunde“ schildert, zeigen übrigens das Gleiche.

Möglich wird das durch ein fein abgestimmtes System von Besänftigungs-, Beschwichtigungs- und Drohsignalen, die im Wesentlichen über Mimik und Körpersprache gegeben und verstanden werden. Lautäußerungen spielen hier eine wesentlich geringere Rolle, als man denken sollte. Dummerweise (oder auch nicht) verhundlichen Hunde uns Menschen ein Stück weit, sie interpretieren unsere Körpersprache so, wie sie die eines anderen Hundes interpretieren würden. Das führt in vielen Fällen zu großen Problemen, kann aber – richtig eingesetzt – ein überaus nützlicher Faktor sein.

Seien Sie sich einer Tatsache immer bewußt: ob Sie es wollen oder nicht, ob Sie es merken oder nicht, Ihr Hund beobachtet Sie ständig. Er zieht seine Schlußfolgerungen aus Ihrer Körpersprache, erkennt Ihre Stimmung oft besser als Sie selber, und er gibt Ihnen jede Menge Signale, von denen er natürlich annimmt, daß Sie sie ebenfalls verstehen. Und wenn diese Signale dann ignoriert werden, kommt Ihr Hund nicht auf die Idee, Sie könnten ihn nicht verstanden haben. Er geht zunächst mal davon aus, daß Sie seine Signale bewußt ignorieren.

Martin Wunsch

Über Martin Wunsch

Bibliophiler Hundenarr, Musiklieberhaber und Querdenker
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